Ratgeber
Kunden um eine Bewertung bitten: Vorlagen, Timing und was erlaubt ist
Die meisten zufriedenen Kunden bewerten nicht, weil sie unzufrieden wären — sondern weil sie nie gefragt wurden. Wer unzufrieden ist, schreibt von allein. Deshalb entsteht das schiefe Bild im Netz: ein paar wütende Stimmen, und daneben die vielen zufriedenen, von denen man nichts hört. Dieser Ratgeber zeigt, wie man das dreht — mit Vorlagen zum Kopieren.
Der richtige Zeitpunkt entscheidet mehr als der Text
Frag im Moment der größten Zufriedenheit: bei der Übergabe, nach dem letzten Termin, direkt nachdem ein Problem gelöst wurde. Wer erst zwei Wochen später eine Mail schickt, konkurriert mit einem vollen Posteingang und einer verblassten Erinnerung. Eine Faustregel aus der Praxis: am selben Tag fragen, spätestens am nächsten.
Vorlage 1: Das Gespräch vor Ort
„Freut mich, dass Sie zufrieden sind. Darf ich Sie um einen Gefallen bitten? Ich schicke Ihnen gleich einen Link — da können Sie in 30 Sekunden kurz sagen, wie es gelaufen ist. Ohne Anmeldung, direkt am Handy. Das hilft mir mehr als jede Anzeige.“
Warum das funktioniert: Es ist eine Bitte, keine Aufforderung. Es nennt den Aufwand (30 Sekunden), nimmt die Hürde weg (keine Anmeldung) und sagt ehrlich, wofür es gut ist.
Vorlage 2: Die E-Mail danach
Betreff: Kurze Frage zu Ihrem Termin am [Datum]
Hallo [Name],
danke, dass Sie sich für uns entschieden haben — [konkrete Sache, z. B. „das neue Bad“] ist fertig, und ich hoffe, Sie sind zufrieden.
Hätten Sie eine Minute für eine kurze Rückmeldung? Über diesen Link können Sie direkt am Handy ein paar Sätze sagen — ohne Anmeldung, ohne App: [Link]
Falls etwas nicht gepasst hat, schreiben Sie mir gern direkt zurück, dann kümmere ich mich darum.
Herzliche Grüße
[Name]
Der vorletzte Absatz ist der wichtigste: Er gibt unzufriedenen Kunden einen direkten Weg zu dir statt in die Öffentlichkeit. Das ist kein Trick, sondern schlicht die Reihenfolge, in der ein Problem noch lösbar ist.
Vorlage 3: WhatsApp, wenn der Kontakt ohnehin dort läuft
„Hallo [Name], alles gut mit [Sache]? Wenn Sie zufrieden sind: Hier können Sie in 30 Sekunden kurz was dazu sagen — ohne Anmeldung. [Link] Danke Ihnen!“
Wichtig: Nur an Kunden, mit denen du ohnehin über WhatsApp kommunizierst. Eine Nachricht an eine Nummer, die dir nur für den Auftrag gegeben wurde, ist Werbung auf einem Kanal ohne Erlaubnis.
Die vier häufigsten Fehler
- Zu spät fragen. Nach zwei Wochen ist die Begeisterung weg.
- Zu viel verlangen. „Schreiben Sie doch ein paar Zeilen“ heißt für den Kunden: nachdenken, formulieren, korrigieren. Sprechen ist leichter als schreiben.
- Den Text vorschreiben. Vorformulierte Bewertungen klingen alle gleich und wirken sofort unecht — juristisch ist es zudem heikel, wenn der Kunde nur noch unterschreibt.
- Nur die Lieblingskunden fragen. Wer systematisch aussortiert, wer gefragt wird, formt am Gesamtbild mit. Frag alle, deren Auftrag sauber abgeschlossen ist.
Die rechtlichen Grenzen in drei Sätzen
Belohnungen sind erlaubt, müssen aber offengelegt werden und dürfen nicht an eine gute Note gekoppelt sein. Wer Bewertungen auf der eigenen Website zeigt, muss nach § 5b Abs. 3 UWG angeben, ob und wie er ihre Echtheit prüft. Und für jede Kundenstimme mit Bild, Namen oder Video brauchst du eine dokumentierte Einwilligung — mehr dazu im Ratgeber zur Einwilligung. Gekaufte Bewertungen sind seit 2022 ausdrücklich verboten: was das kostet.
In der Praxis: Der Link aus den Vorlagen oben ist genau das, was Vertrauly liefert: Der Kunde klickt, nimmt sein Video direkt im Browser auf und ist fertig — kein Konto, keine App. Die Einwilligung wird dabei protokolliert, das Hosting liegt in Deutschland.
So funktioniert Vertrauly →Häufige Fragen
Wann frage ich am besten nach einer Bewertung?
Im Moment der größten Zufriedenheit — bei der Übergabe, direkt nach dem letzten Termin oder unmittelbar nach einem gelösten Problem. Je mehr Tage vergehen, desto weniger Antworten kommen zurück.
Darf ich einen Gutschein für eine Bewertung verschenken?
Ja, aber die Gegenleistung muss offengelegt werden und darf nicht von einer guten Note abhängen. Sie belohnt die Mühe, nicht das Urteil.
Wie oft darf ich nachfassen?
Einmal. Eine freundliche Erinnerung nach vier bis fünf Tagen ist üblich, danach lässt man es. Wer dreimal nachhakt, beschädigt die Kundenbeziehung für eine Bewertung.
Hinweis: Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Im Zweifel hilft eine kurze anwaltliche Prüfung deines konkreten Falls.